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Nestchen im Babybett

Nestchen im Babybett sind seit langem ein heiß umstrittenes Thema zwischen Experten und besorgten Eltern. Einige Mütter und Väter empfinden ein nüchtern eingerichtetes Bett ohne Kissen, Decken und einer ganzen Kuscheltier-Parade als kalt und ungemütlich.
Experten in Gesundheitsfragen raten jedoch von genau dieser übertriebenen Gemütlichkeit ab, da sie das Neugeborene unter Umständen in Gefahr bringt.

Nestchen im BabybettDoch um welche Gefahr handelt es sich dabei genau? Gibt es wirklich nur eine strenge Lösung für das Dilemma, oder können besorgte Eltern bei dieser Frage einen goldenen Mittelweg für sich und ihren Nachwuchs finden?

Wir wollen versuchen diesen Fragen und potentiellen Gefahren auf den Grund zu gehen, um dadurch mögliche Argumente bei der Entscheidung für oder gegen ein Nestchen im Babybett zu aufzuzeigen. Zunächst soll jedoch darauf eingegangen werden, was man genau unter einem Nestchen versteht:

Was wird unter einem „Babybett Nestchen“ verstanden?

Nester kennt man hauptsächlich aus der freien Natur und dem Biologieunterricht, wo man sie hauptsächlich mit Vögeln in Verbindung bringt, die aus kleinen Zweigen und anderen Materialien hoch oben in den Bäumen ihr Heim erbauen.

Ganz so läuft es bei uns Menschen natürlich nicht ab. Was die Allgemeinheit gerne als Nestchen oder Bettnestchen bezeichnet, ist in den meisten Fällen ein Gebilde aus Kissen oder dünnen, mit Stoff bezogenen Matten, welches an den Gitterstäben des Babybettes befestigt wird und das Kopfteil sowie ein Stück der Seitenwände umrandet. Aus diesem Grund wird auch oftmals von einer Bettumrandung gesprochen. Durch ein Nestchen im Babybett oder Stubenwagen soll das Gefühl von Geborgenheit und Gemütlichkeit vermittelt werden – eben ganz genau so wie in einem richtigen Nest auch. Zudem soll die Umrandung das Neugeborene vor kalter Zugluft schützen und verhindern, dass es bei den ersten, noch unkontrollierten Körperbewegungen unsanft mit dem Kopf oder seinen Gliedmaßen vor die harten Gitterstäbe knallt.

Nestchen für das Babybett gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Farben – von der einfachen, in einem fröhlichen Pink gehaltenen Umrandung bis hin zu einem raffinierten Mix aus verschiedenen Mustern, die an eine bunte Blumenwiese oder einen sternenklaren Nachthimmel erinnern. Einige Modelle verfügen sogar über lustige Aufnäher in Tierform, die das Baby dazu animieren sollen, mit seinen Händen auf Entdeckungstour zu gehen.

Welche Gefahren bergen Nestchen im Babybett?

Regelmäßig hört man, dass Nestchen im Babybettgefährlich sein können und immer wieder werden Bettnestchen in Zusammenhang mit Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod genannt – aber wo liegen diese potentiellen Gefahren?

Sauerstoffmangel und Atempausen

Die Funktion des Nestchens, das Baby vor kalter Zugluft zu schützen, kann in bestimmten Situationen (zum Beispiel während eines heißen Sommers) ins genaue Gegenteil umschlagen und ein großes Risiko für das Neugeborene darstellen: Durch die blockierte Luftzirkulation kann es in Verbindung mit einer hohen Raumtemperatur schnell zu einem Wärmestau beim Säugling kommen.

Nestchen und Luftzirkulation

Doch warum ist dieser Wärmestau so gefährlich für das Kind? Dazu muss man wissen, dass sich der kindliche Schlaf von dem des Erwachsenen unterscheidet: Neugeborene halten im Schlafen oftmals für einige Sekunden unbewusst ihren Atem an. Diese Atempausen können bis zu 15 Sekunden anhalten und sind harmlos, denn der Organismus des Babys sorgt dafür, dass die Sauerstoffzufuhr nach dieser Zeitspanne wieder gewährleistet ist.

Manchmal kommt es jedoch dazu, dass die unbewussten Atempausen die Zeitspanne von 15 Sekunden überschreiten. Dies könnte unter Umständen für den Organismus des Kindes gefährlich werden, doch ein natürlicher Schutzmechanismus sorgt dafür, dass das Baby bei der Überschreitung einer gewissen Obergrenze einen tiefen Atemzug macht und gleichzeitig erwacht. Ab diesem Zeitpunkt kann es wieder die bewusste Steuerung der Atmung übernehmen und sich von dem leichten Sauerstoffmangel erholen.

Eine Überhitzung durch Wärmestau kann leider dazu führen, dass diese überaus wichtige Reaktion auf langandauernde Atempausen behindert wird. Dies ist tatsächlich ein schlagkräftiges Argument, welches gegen die Nutzung eines Nestchens im Babybett spricht. Besorgte Eltern greifen unter anderem aus diesem Grund oftmals auf Geräte zur Atmungsüberwachung zurück, die bei längeren Atempausen umgehend alarmieren.

Die Nestchen Befestigung

Die Art der Befestigung des Nestchens stellt einen weiteren Risikofaktor für das Kind dar. Da das Nest in den meisten Fällen mit Schnüren an den Gitterstäben fixiert wird, besteht die Gefahr, dass ältere Kinder locker gebundene Schnüre lösen könnten. Auf diese Weise kann es jedoch passieren, dass der Kopf des Kindes unter das gelockerte Seitenteil des Nestchens gerät. Von alleine wird sich das Baby aus dieser Lage wahrscheinlich nicht mehr befreien können.

Babybett und Nestchen – kann das trotzdem funktionieren?

Eltern, die nur ungern auf ein süßes Nestchen im Babybett verzichten möchten, sollten die nun folgenden, wichtigen Hinweise beachten, um die Risiken für das Neugeborene zu minimieren. Das oberste Gebot beim Kauf eines Nestchens lautet: Man soll stets auf das verarbeitete Material schauen. Dicke Stoffbahnen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Blockierung der Luftzirkulation enorm – idealerweise bestehen die einzelnen Teile des Nestchens aus einem Vlies mit einer dünnen Schaumstofffüllung.

Auch bei der Befestigung des Nestchens können bestimmte Handgriffe die Sicherheit des Kindes erhöhen. Die Knoten der Befestigungsschnüre sollten außen an den Gitterstäben sitzen und sehr fest zugezogen werden, damit neugierige Händchen gar keine Chance haben, die Schnüre zu lösen. Außerdem muss das Nest hinter der Matratze befestigt werden, damit sich kein kleines Gesicht durch abenteuerlustige Bewegungen unter die Seitenwände schiebt.

Da das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten einen großen Teil seiner Zeit im Babybett verbringen wird, ist es ratsam, beim Kauf eines Nestchens nicht auf den Preis zu achten. Die wichtigeren Argumente, die für oder gegen den Erwerb eines bestimmten Produktes sprechen, sind die verwendeten Materialien. Diese sollten im besten Falle antiallergene Eigenschaften aufweisen und möglichst schadstofffrei sein. Ist ein Neugeborenes über einen langen Zeitraum hinweg schädlichen Stoffen ausgesetzt, kann dies verheerende Folgen für seine Gesundheit nach sich ziehen. Einen guten Hinweis auf qualitativ hochwertige Materialien liefern vertrauenswürdige Qualitätssiegel wie zum Beispiel Oeko-Tex-Standard 100.

Wer diese Hinweise beachtet, kann das Babybett in der Regel ruhigen Gewissens mit einem hinreißenden Nestchen ausstatten. Wirklich notwendig ist dieses Produkt jedoch nicht! Eltern, die auf die Umrandung verzichten möchten, können dies auf jeden Fall tun und müssen sich ganz gewiss keine Gedanken darüber machen, ob ihr kleiner Schatz sein Bett als zu kalt oder ungemütlich empfinden könnte.

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