Plötzlicher Kindstod – Risikoverminderung und Prävention

Prävention

Obwohl besondere Risikogruppen für den Plötzlichen Kindstod identifiziert werden können (siehe Risikofaktoren), stammen nur 10% der Opfer aus diesen Risikogruppen.
In 90% der Fälle zeigen sich jedoch im Vorfeld keine Anzeichen für Gefährdung.

Durch eine Reihe von Empfehlungen können werdende und junge Eltern das Risiko für ihr Baby jedoch deutlich senken.

In Ländern wie England oder auch Holland wurde in zahlreichen Kampagnen in den Medien auf mögiche Präventionsmaßnahmen aufmerksam gemacht, und in Folge konnte die Anzahl der SIDS Todesfälle deutlich gesenkt werden. In Holland hat sich die Anzahl der plötzlichen Kindstode beispielsweise von 0,91 Fallen pro 1000 Neugeborenen im Jahr 1987 auf 0,09 pro 1000 Neugeborene im Jahr 2004 deutlich verringert.

Schlafsack statt Zudecke

Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen stellt der Einsatz eines Schlafsackes dar. Durch einen hochwertigen Schlafsack wird das Baby unterstützt in der empfohlenen, sicheren Rückenlage zu schlafen.

Weitere Vorteile:
Ihr Baby schläft in einem passenden Schlafsack sicherer in Rückenlage und kann sich weniger leicht in die risikoreiche Bauchlage drehen.
Durch einen geeigneten Schlafsack sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind immer warm und geborgen gehalten wird, selbst wenn es strampelt.
Die Gefahr einer Überwärmung (Wärmestau) und Überdeckung kann durch einen passenden Schlafsack ebenfalls deutlich reduziert werden.

Schlafsäcke sind heutzutage für verschiedenste Raumtemperaturen und in allen erdenklichen Größen erhältlich (auch für Frühgeborene, Neugeborene, etc.).

Worauf muss man bei der Auswahl eines geeigneten Baby-Schlafsacks achten?

Die Maße des Schlafsackes müssen an die Körpermaße des Babys angepasst sein.
(Richtmaß: Körperlänge – Kopflänge + 10cm).
Auch auf die Größe der Kopf- und Armausschnitte ist zu achten, damit das Baby einerseits nicht in den Schlafsack hineinrutschen kann und andererseits keine Strangulationsgefahr besteht
(Tipp: ein Finger soll zwischen Hals und Halsausschnitt passen). Achten Sie bei der Wahl des Schlafsackes auf hochwertige, atmungsaktive Materialien (z.B. Baumwolle).

Eine Übericht empfohlener Babyschlafsäcke finden sie hier.

Wahl der richtigen Matratze

Moderne, hochwertige Baby-Matratzen zeichnen sich heutzutage nicht nur durch die äußerst geringste Schadstoffbelastung, sondern auch durch die Verminderung der Rückatmung des Babys aus (Wiedereinatmen der eigenen Ausatemluft).
Dies wird durch Luftkanäle, die senkrecht und waagrecht durch den Matratzenkern verlaufen, erreicht.
Zu beachten ist, daß sich die von einigen Herstellern häufig verwendete Bezeichnung „atmungsaktiv“ auf die Aufnahme- und Wiederabgabefähigkeit von Feuchtigkeit, jedoch NICHT auf die Vermeidung von Rückatmung bezieht!
Hier finden Sie weitere Informationen und Empfehlungen zu geeigneten Babymatratzen.

Überwachung

In der heutigen Zeit gibt es weitere empfehlenswerte Vorsichtsmaßnahmen und technische Möglichkeiten, um das Risiko, dass ein Säugling oder Kleinkind an Plötzlichem Kindstod stirbt, zu reduzieren.
Dabei handelt es sich vor allem um moderne Überwachungssysteme, die z.B. unter dem Namen Baby Life Guard oder Angel Care vertrieben werden.
Diese Baby-Überwachungsmatten registrieren über eingearbeitete Druck- und Bewegungssensoren die Bewegungen des Kindes (wie z.B. Atembewegungen) und schlagen Alarm wenn über einen gewissen Zeitraum keine Kindsbewegungen registriert werden.
Die Bewegungsmatten werden zu diesem Zweck unter die Babymatratze gelegt. Je nach Hersteller der Sensormatte und Modell sind im Überwachungssystem weitere Funktionen wie Babyphone, die Kontrolle der Raumtemperatur usw. enthalten.
Dabei sollte auf die Möglichkeit der Regelung der Sensibilität des Geräts für die Bewegungsregistrierung geachtet werden.
Das Gerät sollte optimal eingestellt sein, um die Registrierung von externen Bewegungen (z.B. Schwingungen von Waschmaschine, Ventilator etc.) zu minimieren und dennoch die Bewegungen des Kindes zuverlässig erfassen zu können.

Vor allem in Verbindung mit einer Ausbildung in Erster Hilfe kann ein Überwachungssystem die Überlebenschance Ihres Babys deutlich erhöhen!
Dies geschieht durch die Verkürzung der Zeit bis im Ernstfall Erste-Hilfe-Maßnahmen durch Erwachsene ergriffen werden können, da das Gerät schon bei kleinsten Anzeichen Alarm schlägt. Wird der kreislaufkritische Zustand des Kindes rechtzeitig bemerkt, besteht die Möglichkeit das Kind durch Reanimation noch zu retten.

Diese Überwachungsmatten sind nicht zu verwechseln mit medizinisch verordneter Überwachung (Monitore) von Risikobabys, die neben der zuverlässigen Erfassung der Vitalfunktionen wie Atmung, Herzaktion und Sauerstoffsättigung auch eine kurzfristige Speicherung des kurvenmäßigen Verlaufs der Alarmsituationen beinhaltet.

Öko-Test stufte die bekanntesten Sensorüberwachungsmatten (z.B. Angel Care) hinsichtlich ihrer Elektrosmogbelastung als höchstmöglich reduziert ein.

Der größte Vorteil einer Babyüberwachung ergibt sich zweifelsohne aus der Erleichterung im Umgang der Eltern mit den Sorgen und Ängsten um ihr Kind.
Überwachungsgeräte bieten eine zusätzliche Sicherheit und das Gefühl, alles zu tun, um sein Baby vor dem Plötzlichen Kindstod zu beschützen.