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Mögliche Ursachen für den plötzlichen Kindstod

Plötzlicher Kindstod UrsachenSeit Jahrzehnten wird unermüdlich an potentiellen Ursachen für den plötzlichen Kindstod geforscht, und auch wenn mittlerweile einige Theorien und Ansätze existieren, ist die Ursache auch heute noch nicht geklärt. Auf Basis verschiedener Statistiken und zahlreicher Autopsie-Ergebnisse wird weltweit unter Hochdruck nach dem möglichen Auslöser des plötzlichen Kindstod geforscht – das Puzzle setzt sich zwar immer weiter zusammen und es wurden zahlreiche mögliche Risikofaktoren identifiziert und entsprechende Empfehlungen zur Prävention veröffentlicht, jedoch scheinen richtungsweisende Erkenntnisse noch weit entfernt zu sein – doch was wurde bisher herausgefunden und was könnte der Grund für den plötzlichen Kindstod sein?
Auf Basis der Ergebnisse zahlreicher Studien kann vermutet werden,  dass die Ursache für den plötzlichen Kindstod in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren liegen könnte –  viele ungünstige Ereignisse müssen demnach gleichzeitig eintreffen.

Als eine mögliche Ursache für SIDS wird eine vermutlich vom Gehirn ausgehende körperliche Abweichung in Bezug auf die Regulierung des Blutdrucks im Körper angenommen, wodurch die Atmung des Babys aussetzen könnte. Eine andere Möglichkeit ist das eventuelle Vorliegen einer Entwicklungsstörung – die richtige Atmung und die Regulierung des Blutdrucks sind unter Umständen noch nicht so gut entwickelt, wie sie sein sollten.

Wenn Babys mit einem dieser Probleme beziehungsweise genannten körperlichen Einschränkungen nun in Situationen kommen, die für die Atmung oder den Kreislauf schwierig sind – beispielsweise wenn sie auf dem Bauch schlafen, Kohlendioxid (CO2) oder Zigarettenrauch einatmen oder der Blutdruck im Schlaf absinkt – dann, so wird angenommnen, ist ihr Leben in Gefahr.

Defekt im Stammhirn in Bezug auf CO2 Rückatmung

Eine medizinische Studie hat bei Babys, die „an“ SIDS gestorben sind, eine Abweichung im Hirnstamm nachgewiesen. Der Defekt fand sich der Studie zufolge in der Hirnregion, die das Empfinden für Kohlendioxid (CO2) kontrolliert.

Gasaustausch Lunge CO-CO2Wenn ein Baby mit dem Gesicht nach unten schläft, also mit dem Gesicht zur Matratze, ist es möglich, dass sich zwischen dem Gesicht des Säuglings und der Matrate Kohlendioxid bildet und dieses aufgrund seiner höheren Dichte den Sauerstoff verdrängt, und das Baby folglich durch Sauerstoffmangel verstirbt – es wird hier von der sogenannten CO2-Rückatmung gesprochen. CO2 verdrängt jedoch nicht nur die Atemluft, sondern hat euch eine eigene toxische Wirkung und entwickelt ab etwa 3-5% eine schädigende Wirkung. Eine Konzentration von 6% hat bereits eine dämpfende Wirkung auf die Atmung. Prinzipiell muss in diesem Zusammenhang jedoch erwähnt werden, dass die meisten Babys wach werden, wenn der CO2-Gehalt im Blut gefährlich hoch wird – aber leider eben nicht alle.

Laut verschiedenen Forschungsergebnissen aus den USA (Leiterin: Hannah Kinney) könnten Störungen bei der Ausschüttung des Botenstoffes Serotonin dafür verantwortlich sein, dass die Atmungs- und Aufwachreflexe beeinträchtigt werden (Journal of the American Medical Association).

Aus einer Studie die in Schottland verfasst wurde, sollte in diesem Zusammenhang auf jeden Fall darauf verzichtet werden, gebrauchte Matratzen zu verwenden und beim Kauf einer Babymatratze unbedingt darauf geachtet werden, dass die Matratze eine gute Luftzirkulation ermöglicht. Außerdem wird von der Verwendung undurchlässiger Nässeschutzauflagen dringend abgeraten.
Weitere Informationen und Tipps bei der Wahl einer geeigneten Matratze für ihr Kind, sowie entsprechende Produktempfehlungen finden Sie in unserem Artikel zum Thema Babymatratzen.

Probleme bei der Regulierung des Blutdrucks

In zahlreichen anderen Forschungsansätzen lag der Schwerpunkt auf der Fähigkeit des Gehirns, einen Abfall des Blutdrucks auszugleichen, dies geschieht im Schlaf in der Regel automatisch.

Baby Blutdruck RegulierungEinige Experten vermuten jedoch, einige Babys einen plötzlichen auftretenden Blutdruck-Abfall nicht verkraften können. Die Ursache dafür könnte wiederum im Hirnstamm oder aber auch in anderen Gehirnregionen zu finden sein. Das Problem ist das Unvermögen, die Blutzufuhr zu lebenswichtigen Organen, wie zum Beispiel zum Herz, aufrecht zu erhalten – die Atmung spielt dabei jedoch anscheinend keine Rolle.

Laut Aussage verschiedener Mediziner verhindert das Schlafen in Rückenlage nicht nur die Gefahr einer CO2-Rückatmung, sonder kann dem Baby auch dabei helfen einen Abfall des Blutdrucks besser zu regulieren. Die Präventionsmaßnahme „Schlafen in Rückenlage“ scheint demnach auch hier ein wesentlicher Faktor zur SIDS-Risikominimierung zu sein. Achten Sie in diesem Zusammenhang jedoch auch auf entsprechende Empfehlungen und Sicherheitshinweise bezüglich der Gestaltung einer idealen Schlafumgebung für ihr Baby und insbesondere auch auf eine sichere Babybett-Gestaltung.

Eingeschränkte „Abwehrsysteme“

Das erste Lebensjahr des Kindes ist eine Zeit des schnellen Wachstums und der rapiden Entwicklung. Babys kommen mit schwachen „Abwehrsystemen“, den so genannten Stellreflexen, auf die Welt. Sie können nur den Kopf heben und wild mit den Armen und Beinen rudern. Später entwickeln sie eine besser koordinierte Fähigkeit, und zwar ihren Körper bewusst aus einer Gefahr heraus zu manövrieren.

Einige Forscher glauben, dass manche Babys sterben, weil sie sich nicht gegen ein potentiell lebensbedrohliches Ereignis wehren bzw. sich nicht aus einer misslichen Situation befreien können  – wenn sie also beispielsweise unter einer Bettdecke feststecken. In einigen neueren Studien wird davon ausgegangen, dass die Verwendung eines der Körpergröße des Kindes entsprechenden Babyschlafsacks, anstelle einer Decke und Kissen, einen Präventionseffekt von mindestens 20% ausmachen soll. Zwar gibt es derzeit leider noch kein Gütesiegel für Babyschlafsäcke, jedoch achten insbesondere renommierte Hersteller von Babyprodukten auf sichere und qualitativ hochwertige Produkte – Beachten Sie hierzu unsere Informationen, Sicherheitstipps sowie die Übersicht empfohlener Babyschlafsäcke.

Mögliche Ursache: Abgedrückte Arterie im Genick

Abgedrückte Arterie im Genick - plötzlicher KindstodWenn ein Baby auf dem Bauch schläft, dann versucht es in der Regel sein Gesicht vom Bettzeug wegzudrehen. Durch diese Kopfbewegung kann die Arterie im Nacken zusammengedrückt und die Blutversorgung zum Gehirn abgeschnitten bzw. eingeschränkt werden, sagen Forscher an einer Universität im australischen Sydney und des New South Wales Instituts für forensische Medizin.

Diese Einschränkung der Blutversorgung kann in weiterer Folge wiederum das Nervensystem beeinträchtigen, welches wichtige Körperfunktionen wie beispielsweise die Atmung kontrolliert – im schlimmsten Fall kann dies letztlich zum Tod des Babys führen. Von einigen Experten wird diese Theorie jedoch als die schwächste angesehen, da im Rahmen der erwähnten Studie zusätzliche Risikofaktoren wie zum Beispiel rauchende Eltern nicht einbezogen wurden.

Nachtrag zu möglichen Ursachen für den plötzlichen Kindstod

Bitte beachten Sie, dass diese Aufzählung nur einige, als eventuell möglich erachtete Ursachen für den plötzlichen Kindstod darstellt und noch zahlreiche andere mögliche Ursachen wie beispielsweise eine Körperüberhitzung aus verschiedenen Gründen oder beispielsweise auch Rauchen in der Schwangerschaft eine wesentliche Rolle spielen können. Außerdem werden regelmäßig verschiedene mögliche Ursachen wie beispielsweise Schutzimpfungen in den Raum gestellt – laut der Impfkommission des Robert Koch Instituts und zahlreicher weiterer Experten lassen sich hier jedoch keine möglichen Zusammenhänge sehen.

Auch wenn die möglichen Ursachen für den plötzlichen Kindstod noch nicht identifiziert werden konnten wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Möglichkeiten und Empfehlungen zur SIDS-Risiko-Verminderung herausgegeben, welche – wenn man den Zahlen glauben darf – durchaus sinnvoll sind und eine positive Entwicklung zur Folge hatten. Lesen Sie hierzu unsere Informationen zu potentiellen Risikofaktoren und Tipps zu verschiedenen SIDS-Präventionsmaßnahmen.