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Stillen – Gut für Mutter und Kind

Stillen und Plötzlicher KindstodKaum ein Thema spaltet Mütter untereinander so sehr, wie das Für und Wider des Stillens.
Während die eine Seite die enormen Vorteile des Fläschchens nicht genug hervorheben kann, kontert die andere Hälfte mit durchaus schlagkräftigen Argumenten, welche die positiven Aspekte des Stillens für Mutter und Kind unterstreichen. Glaubt man Statistiken, unterliegen Babys die gestillt werden sogar einem geringeren „Plötzlicher Kindstod Risiko„. Grundsätzlich ist die Frage, ob eine Mutter Stillen möchte oder Flaschennahrung bevorzugt, rein persönlicher Natur und sollte nur von ihr selbst entschieden werden.

Dennoch ist es ratsam, wenn sich werdende Mütter mit diesem Thema ernsthaft auseinandersetzen und die Vor- und Nachteile beider Ernährungsmöglichkeiten sorgsam gegeneinander abwägen.

Allgemeine Vorteile des Stillens

Es mag im ersten Moment ein wenig seltsam klingen, doch das Stillen bietet gegenüber der Ernährung mit einem Fläschchen deutliche finanzielle und praktische Vorteile. Zum einen ist die Muttermilch jederzeit und in der richtigen Menge und Temperatur verfügbar. Das bedeutet, dass eine stillende Mutter rein theoretisch sogar während eines Einkaufsbummels in der Stadt oder eines Spaziergangs im Wald jederzeit über eine perfekt zubereitete Mahlzeit für ihr Kind verfügt und dem plötzlich eintretenden Bedürfnis nach Nahrung sofort nachkommen kann.
Das Abkochen von Wasser, die Zubereitung der richtigen Menge und das Abkühlen auf die perfekte Temperatur – sprich: Alle Vorgänge, die zur Herstellung einer Flaschenmahlzeit nötig sind, entfallen komplett.

Neben der konstanten Verfügbarkeit spielt auch der finanzielle Faktor eine große Rolle bei der Entscheidung darüber, welche Art der Ernährung die meisten Vorteile bietet. Flaschennahrung wird aus einem speziellen Pulver zubereitet, welches zwar nach sehr hohen Standards gefertigt wird, aber auch dementsprechend teuer ist. Wer eine detaillierte Rechnung aufstellen möchte, muss zusätzlich zum Milchpulver noch das benötigte Wasser, den Stromverbrauch und die Kosten für Fläschchen und Sauger mit einkalkulieren. Doch selbst wenn man nicht so sehr ins Detail geht, dürfte schnell klar sein, welche Methode auf der finanziellen Ebene die Oberhand gewinnt.

Die Vorteile des Stillens für die Kinder

Die Vorzüge des Stillens im Hinblick auf den Nachwuchs sind breit gefächert. Einer der wichtigsten Punkte ist die enge Bindung, die der Vorgang zwischen Mutter und Kind erschafft. Beim Stillen kuscheln sich beide dicht aneinander, so dass das Baby die Wärme und den Duft seiner Mutter in sich aufnehmen kann. Dies vermittelt dem Neugeborenen ein ultimatives Gefühl von Geborgenheit, Liebe und Sicherheit.

Neben den emotionalen Vorteilen erfährt das Kind durch das Stillen auch körperlich eine Vielzahl an positiven Effekten. Die Milch wird vom Körper der Mutter eigens für das Baby produziert und ist somit das natürlichste und gesündeste, was das Kind zu sich nehmen kann.

Wichtig: Dies bedeutet nicht, dass Flaschennahrung grundsätzlich schlecht ist oder dem Kind schadet! Dennoch werden Industrie und Forschung die Perfektion der Natur wohl niemals zu 100% nachahmen können, so dass das hergestellte Milchpulver zwar qualitativ hochwertig, aber eben niemals so individuell auf das Kind zugeschnitten sein wird, wie die von der Mutter produzierte Muttermilch. Diese enthält nicht nur alle vom Säugling benötigten Nährstoffe, welche dafür sorgen, dass er stets an Gewicht zulegt und innerhalb kürzester Zeit große Wachstumsschübe erlebt, sondern auch ganz spezielle Schutz- und Abwehrstoffe, welche das Immunsystem des Kindes stärken und es vor Krankheiten schützen.

Interessant: Tatsächlich wollen einige Studien belegen, dass gestillte Kinder über einen höheren Intelligenzquotienten verfügen als Flaschenkinder. Dies soll dadurch hervorgerufen werden, dass in der Muttermilch ganz spezielle Fettsäuren vorhanden sind, welche die Hirnentwicklung begünstigen. Darüber hinaus scheint es für das Gehirn des Neugeborenen anregender zu sein, an der Brust zu saugen als an einer Flasche zu nuckeln.

Auch Mütter profitieren vom Stillen

Stillende Mütter können entspannter durch den Alltag gehen, da sie die Nahrung für ihr Kind jederzeit in der perfekten Menge und Temperatur parat haben. Sie müssen weder Fläschchen noch Wasser oder Milchpulver mit sich herumschleppen, sondern legen das hungrige Kind einfach an Ort und Stelle an, um es zu beruhigen und seinen Hunger zu stillen. Für zusätzliche Entspannung und Glücksgefühle sorgen die beim Stillen ausgeschütteten Hormone Oxytocin und Prolaktin.

Tipp: Es ist für den Körper sehr wichtig, dass nach einer Geburt genügend Oxytocin ausgeschüttet wird, da dieses Hormon Kontraktionen in der Gebärmutter auslöst. Durch diese Kontraktionen zieht sie sich schneller wieder zusammen und „schrumpft“ auf ihre ursprüngliche Größe zurück.

Das Stillen ist übrigens ein Vorgang, der viel Körperenergie verbraucht – immerhin muss nicht nur eine hervorragend ausbalancierte und auf die Bedürfnisse des Kindes perfekt zugeschnittene Milch produziert werden; diese muss darüber hinaus auch noch in ausreichender Menge vorhanden sein! Aus diesem Grund purzeln bei stillenden Müttern die überschüssigen Pfunde aus der Schwangerschaft oftmals schneller und einfacher als bei denen, die ihren Kindern die Flasche geben.

Stillen senkt das SIDS Risiko

Im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes schwebt das Thema Plötzlicher Kindstod oftmals wie eine düstere Wolke über den Eltern. Sie versuchen meist, jeden Gedanken daran so gut es eben geht zu unterdrücken, dennoch ist es neben der Berücksichtigung anderer Risikofaktoren und Präventionsmaßmahmen nicht verkehrt, sich in diesem Zusammenhang einmal mit der Frage, ob das Kind gestillt werden soll oder nicht, auseinanderzusetzen.

Neben der Tatsache, dass Muttermilch die Schutz- und Abwehrmechanismen des Kindes weitaus besser und effektiver stärken kann als Flaschennahrung, haben Experten in jüngsten Studien nun herausgefunden, das Kinder, die gestillt werden, nachts häufiger aufwachen. Was wie der Albtraum einer jeden Mutter klingt ist in Wahrheit aber eine gute Sache, denn dieses Aufwachen mindert die Gefahr eines plötzlichen Atemstillstandes und den damit einhergehenden Kindstod erheblich.

Aus diesen Gründen legen Ärzte und Hebammen werdenden Müttern von Anfang an nahe, ihr Kind zumindest in den ersten sechs Lebensmonaten voll zu stillen.