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Baby Bauchlage – Warum Babys auch mal auf dem Bauch liegen sollten

Werdende Eltern kennen die Situation nach einigen Monaten zur Genüge: Ärzte, Hebammen, Verwandte und Freunde – sie alle wollen ihnen mit guten Ratschlägen für die kommende Zeit zur Seite stehen.

Baby BauchlageDabei werden unweigerlich auch die Themen Plötzlicher Kindstod und die Möglichkeiten zur Prävention dieses traurigen Ereignisses angeschnitten. Einer der beliebtesten, immer wieder vorgebrachten Ratschläge lautet: Lasst das Kind auf dem Rücken schlafen!
Doch was sollen die verzweifelten jungen Eltern tun, wenn ihr kleiner Schatz sich hartnäckig auf den Bauch dreht, um zu schlafen? Ist es vielleicht möglich, dass die Bauchlage einem Kind manchmal durchaus auch Vorteile verschaffen kann?

Der Schlaf des Babys im ersten Lebensjahr

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt müssen die Eltern sich noch keine großen Sorgen um die Schlafposition ihres Kindes machen, da es sich noch nicht aus eigener Kraft auf den Bauch drehen kann. Sobald die kleinen Wunder jedoch mobiler werden, schaffen sie es immer schneller, sich bei Interesse auf den Bauch zu drehen. Manchmal wird es auch vorkommen, dass sie dann in dieser Position einschlafen, da sie nicht mehr über genügend Energiereserven verfügen, um sich wieder zurück zu drehen.

Was sollen die besorgten Eltern in dieser Lage tun? Schließlich hören sie von allen Seiten, dass die beste Schlafposition für Kinder im ersten Lebensjahr die Rückenlage ist. Diese ermöglicht es dem Säugling, frei und unbeschwert zu atmen und minimiert so dass Risiko des Plötzlichen Kindstods. Bevor Mutter und Vater nun dazu übergehen, nachts alle zehn Minuten aufzustehen, um an das Bett des Kindes zu schleichen und es bei Bedarf aus der gefährlichen Position zu „befreien“, sei Folgendes gesagt: Dieses Verhalten wird allen Beteiligten große Frustrationsmomente bescheren, da weder die Eltern noch die Kinder dadurch zu einem gesunden Maß an Schlaf kommen können. Tatsächlich ist es sogar so, dass eine derart übertriebene Sorge nicht nötig ist! Sobald das Baby sich von alleine auf den Bauch drehen kann, ist es in Ordnung, es auch mal eine Zeit lang in dieser Position schlafen zu lassen.

Worauf die Eltern jedoch achten müssen: Die Schlafumgebung des Kindes ist sicher zu gestalten! Es sollten keine Stofftiere oder plüschige Kissen im Bett verstreut herumliegen, da ein Baby, welches sich im Schlaf dreht und seine Position nicht alleine korrigieren kann, Gefahr läuft, mit dem Gesicht zu dicht an oder sogar auf den Stofftieren zu landen. Diese Situation kann sehr schnell lebensgefährlich werden, da das Kind dann eventuell keine Luft mehr bekommt.

Die Baby Bauchlage bringt dem Kind auch Vorteile

Ist das Kind wach und munter, können die Eltern die Bauchlage dafür nutzen, mit ihrem kleinen Liebling zu trainieren. Sobald das Baby auf dem Bauch liegt, wird es versuchen, das Köpfchen anzuheben, um sich umzuschauen. Dies fällt ihm in den ersten Wochen natürlich noch sehr schwer, da seine Nackenmuskulatur kaum ausgeprägt ist. Durch regelmäßiges Training wird diese Muskelpartie jedoch zusehends gestärkt, so dass das Kind schon bald in der Lage sein wird, seinen Kopf ganz alleine zu halten und zu stabilisieren. In dieser Lage (auf dem Bauch liegend, mit erhobenem Kopf) ergeben sich für das Baby vollkommen neue Möglichkeiten, denn es sieht zum ersten Mal mehr von seiner Umgebung, was seine natürliche Neugier und seinen Drang zum Entdecken weckt.

Eltern, die merken, dass sich ihr Kind auch in der Bauchlage noch nicht sonderlich für seine Umgebung interessiert, können versuchen, seine Aufmerksamkeit mit bunten Spielzeugen zu fesseln, um es dazu zu motivieren, das Köpfchen in die entsprechende Richtung zu drehen.

Ist die Neugier erst geweckt, wird das Kind versuchen, die interessanten Orte und Stellen, die es nun sieht, zu erreichen – der Grundstein für das Erlernen neuer Bewegungsabläufe ist gelegt!

Wichtig: Es sollte selbstverständlich sein, dass die Eltern während dieser „Trainingszeit“ nicht von der Seite ihrer Kinder weichen. Zum einen können sie aufkeimende Frustration (weil sich das Kind in der Bauchlage vielleicht nicht wohlfühlt) durch das Anbieten von Spielzeug verhindern, zum anderen müssen sie stets ein Auge darauf haben, ob das Kind von der Anstrengung erschöpft und kurz vorm Einschlafen ist. Bemerken sie dies, sollten sie ihr Baby behutsam wieder in die Rückenlage befördern, da diese in den ersten Lebenswochen tatsächlich am besten für einen erholsamen Schlaf geeignet ist.

Bauchlage als Präventionsmaßnahme

Babys sind in den ersten Wochen ihres Lebens nicht mobil. Meist liegen sie auf dem Rücken und schlafen oder schauen sich aufmerksam um. Dies wirkt sich bei einigen Kindern leider negativ auf die Kopfform aus, da ihre Schädelknochen noch sehr weich und formbar sind. Wird nun durch die Rückenlage über einen längeren Zeitraum hinweg ein steter Druck auf immer die gleiche Stelle ausgeübt, kann es zu einer leichten Schädeldeformation – beispielsweise einem abgeflachten Hinterkopf – kommen.

Aus diesem Grund empfehlen sogar anerkannte Experten, Babys jeden Tag für eine Weile auf den Bauch zu legen – dies verhindert die langanhaltende, einseitige Druckbelastung und fördert sogar noch die Stärkung der Nackenmuskulatur und die motorischen Fähigkeiten des Kindes.