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Gefahren für Kinder durch giftige Pflanzen im Haushalt

Schön gewachsene Grünpflanzen und prächtige, in allen Farben des Regenbogens schillernde Blumen erfreuen das Auge und können die Atmosphäre in einem Raum immens aufwerten. Doch was für uns Erwachsene eine harmlose Dekoration ist, stellt für Babys und Kleinkinder in manchen Fällen eine enorme Gefahr dar.

Giftige Pflanzen für Kinden und Babys im HaushaltVorsicht, giftig!

Kleinkinder fassen nicht nur grundsätzlich alles an, was ihnen interessant erscheint, nein, in den meisten Fällen werden sie es sich auch noch in den Mund stecken. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Unser Nachwuchs sammelt seine Erfahrungen in den ersten Monaten und Jahren seines Lebens auf diese Weise, da er geistig einfach noch nicht dazu in der Lage ist, Funktionen zu hinterfragen und langatmigen Erklärungen zu lauschen.

Mütter und Väter müssen diesen Aspekt der Entwicklung ihres Kindes unbedingt berücksichtigen und sollten die Sicherheit des Nachwuchses dadurch gewährleisten, dass sie Gefahrenquellen wie giftige Zimmerpflanzen weitestgehend eliminieren. Um dies zu bewerkstelligen, ist es von Vorteil, die giftigen Vertreter ihrer Art von harmlosen Zimmerpflanzen unterscheiden zu können.

Als Hilfestellung bei dieser Aufgabe haben wir eine Auswahl einiger bekannter Gewächse, die für den Menschen giftig sind, vorbereitet:

  • GIFTIG
  • SEHR GIFTIG

Hortensie: Die Pflanze enthält verschiedene Stoffe, die bei Verzehr Schwindelgefühle und Beklemmungen auslösen können.

Fensterblatt: Der Verzehr von Teilen dieser Zimmerpflanze kann dazu führen, dass die Zunge anschwillt und Schluckbeschwerden auftreten.

Begonie: Nicht alle Arten der Begonie sind giftig. Dennoch sollte man die Anschaffung des Gewächses vermeiden, solange kleine Kinder im Haushalt leben. Eine Vergiftung zeigt sich in starken Durchfällen, Erbrechen und einer Reizung der Schleimhäute.

Korallenbäumchen: Alle Bestandteile dieser Pflanze sind als giftig einzustufen. Die größte Bedrohung geht für Kinder jedoch von den roten Früchten aus, welche in einem unbeobachteten Moment schnell gegessen werden könnten. Bei einer leichten Vergiftung kommt es zu Übelkeit und Erbrechen, in schlimmeren Fällen kann es sogar zum Atemstillstand kommen.

Becherprimel: Alle Teile dieser Pflanze sind giftig. Schon der Kontakt mit dem Gewächs kann unter Umständen Entzündungen und Reizungen auslösen; wird die Pflanze verzehrt, treten überdies Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen auf.

Alpenveilchen: Die Knolle und die Blätter des Alpenveilchens gelten als sehr giftig – allerdings treten Symptome einer Vergiftung meist nur nach dem Verzehr der Knolle auf. Die Anzeichen der Vergiftung sind vielfältig und äußern sich in Übelkeit, Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Schweißausbrüchen und sogar Krampfanfällen.

Azalee: Sollten Teile der Pflanze verzehrt werden, treten häufig Entzündungen des Verdauungstraktes, Übelkeit und Erbrechen, Kämpfe, Durchfall, Schweißausbrüche und Störungen der Herztätigkeit auf.

Gummibaum / Ficus: Der Milchsaft in den Blättern ist leicht giftig. Sollte er geschluckt werden, führt er zu starken Bauchschmerzen und Erbrechen.

Weihnachtsstern: Dieses Gewächs ist zwar schön anzusehen, sollte jedoch nicht in einen Haushalt mit kleinen Kindern gelangen. Bereits das in den Mund nehmen von kleinen Pflanzenteilen kann die Schleimhäute im Mund stark reizen.

Ritterstern / Amaryllis: Der giftigste Teil ist die Blumenzwiebel. Doch auch der Rest der Blume (Blüten und Blätter) enthält Stoffe, die leicht giftig sind und unter anderem Hautreizungen und Übelkeit auslösen können.

Narzisse: Ein hübscher Strauß Osterglocken auf dem Tisch gefällt dem Auge des Betrachters und täuscht leider schnell über die Gefahr hinweg, die von dem Gewächs ausgeht. Sollten Teile der Blume aus Versehen geschluckt werden, zeigen sich schon bald erste Symptome – wie Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und sogar Durchfall. In Fällen starker Vergiftung können sogar Lähmungen auftreten.

Blauer und Gelber Eisenhut: Der Eisenhut gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas. Das Gift ist in der Knolle am stärksten konzentriert, doch der Rest der Pflanze weist ebenfalls bedenkliche Mengen giftiger Stoffe auf. Der Verzehr des Gewächses kann auch für Erwachsene tödlich enden. Was die Pflanze jedoch noch gefährlicher macht, ist die Tatsache, dass das Gift sogar durch die Haut in den Körper aufgenommen werden kann.

Fingerhut: Das starke Gift des Gewächses ist hauptsächlich in den Blättern enthalten. Es löst langanhaltende Übelkeit und Erbrechen aus. Der Verzehr des Fingerhutes kann jedoch auch tödlich enden.

Maiglöckchen: Alle Pflanzenteile des hübschen Blümchens gelten als stark giftig. Schon der Kontakt kann zu Reizungen der Haut führen. Sollten Teile des Gewächses verzehrt werden, treten Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Herzrhythmusstörungen auf. Im schlechtesten Fall kann ein Herzstillstand eintreten.

Stechpalme / Christdorn: Während die stachligen Blätter zwar bereits zu kleinen Verletzungen führen können, sind es die roten Beeren, die wirklich gefährlich sind. Ihr Verzehr führt zu Erbrechen und Durchfall.

Dieffenbachie: Das Berühren der Pflanze löst eine Reaktion aus, bei der starke Giftstoffe freigesetzt werden können, welche Haut und Augen verletzen.

Engelstrompete: Die Blätter und Samen dieser Pflanze gelten als hochgiftig. Überdies kann der Duft der prächtig anzusehenden Blume schon erste Vergiftungssymptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen. Werden Teile der Pflanze verzehrt, ist das Aufsuchen eines Arztes unerlässlich.

Diese Liste mag als erste Orientierung darüber dienen, welche allgemein bekannten Zimmerpflanzen bzw. regelmäßig in Haushalten vorkommende Pflanzen als giftig einzustufen sind und nicht in Haushalte mit kleinen Kindern gehören. Dennoch ist sie nicht vollständig, da sie weder exotische Gewächse noch jene Pflanzen, denen Kinder in der freien Natur begegnen, abdeckt.

Erste Anzeichen für eine Vergiftung

Kein Kind auf dieser Welt wird rund um die Uhr von seinen Eltern bewacht und behütet. Das würde nicht nur Vater und Mutter des Sprösslings in den Wahnsinn treiben, sondern sich auch negativ auf die Entwicklung des Nachwuchses auswirken. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass Kinder manchmal unbeaufsichtigt durch die Wohnung laufen und den Verlockungen bunter Zimmerpflanzen ab und an nicht widerstehen können.

Für Eltern ist es also besonders wichtig, die ersten Anzeichen einer beginnenden Vergiftung zu erkennen, denn nicht immer wird das Kind „auf frischer Tat“ ertappt.

Sollte der Nachwuchs sich übergeben oder über Unwohlsein klagen, könnte dies schon ein erster Hinweis auf eine Vergiftung sein. Auch eine plötzlich eintretende, unerklärliche Müdigkeit sollte Eltern aufhorchen lassen. Weitere mögliche Anzeichen für eine Vergiftung durch Zimmerpflanzen sind:

  • Taubheitsgefühle in den Extremitäten
  • Schwindel
  • Krämpfe
  • Atemstörungen
  • Sehstörungen
  • Hautreizungen
  • Bauchschmerzen
  • Halluzinationen

Etwas ältere Kinder werden den Erwachsenen auf Nachfragen hin sicher sagen können, ob sie ein unbekanntes Objekt in den Mund genommen oder sogar verschluckt haben. In diesem Fall kann man rasch geeignete Maßnahmen einleiten.

Ist der Nachwuchs noch nicht in der Lage, von eventuellen Vorfällen zu erzählen, müssen die Eltern den Verlauf der Symptome überwachen und die Wohnung auf mögliche Gefahrenquellen oder Hinweise auf das Geschehen (zum Beispiel abgerissene und angenagte Blätter) absuchen.

Im Notfall: Ruhe bewahren und überlegt handeln

Hat sich der erste Verdacht bestätigt, lautet die wichtigste Regel für den Notfall, nicht in Panik zu geraten. Nur ein kühler, klar denkender Kopf kann in Notsituationen die richtigen Entscheidungen fällen. Dementsprechend sollten Betroffene erst einmal tief einatmen, die aufkeimende Panik zurückdrängen und sich voll und ganz den Rettungsmaßnahmen widmen.

Giftinformationszentren (Giftnotrufzentren) in DeutschlandDas bedeutet übrigens auch, vollkommen unwichtige Reaktionen zu unterdrücken. So nutzt es einem Kind, welches durch das Verschlucken giftiger Pflanzenteile in Gefahr geraten ist, überhaupt nicht, wenn Mutter und Vater zu einer geharnischten Standpauke ansetzen!

Zuerst muss geklärt werden, ob das Kleinkind noch Reste von der Pflanze im Mund hat. Ist dies der Fall, müssen sie umgehend ausgespuckt werden.
Oftmals wollen besorgte Eltern, die mitbekommen haben, dass ein Teil der Pflanze verschluckt worden ist, ihre Kinder zum Erbrechen bringen, um die giftigen Stücke aus dem Magen zu bekommen. Dies ist jedoch nicht empfehlenswert, da diese Maßnahme nicht bei jeder Art von Vergiftung die gewünschte Wirkung entfaltet. Im schlimmsten Fall kann das Erbrechen sogar kontraproduktiv wirken und den Notfall verschlimmern.

Bei einer Vergiftung durch Pflanzen ist es daher besser, dem Kind erst einmal sehr viel stilles Wasser zum Trinken zu geben.  Die Flüssigkeit wird dabei helfen, auftretende Reizungen des Magentraktes abzumildern. Andere Getränke (wie zum Beispiel Milch) sollten nicht verwendet werden.

Anschließend muss die Zimmerpflanze, von der gegessen wurde, ausfindig gemacht werden, um bestimmen zu können, wie giftig sie tatsächlich ist und um abzuschätzen, welche Menge an Pflanzenmaterial wahrscheinlich in den Körper gelangt ist.

Hat man diese Informationen eingeholt, kann ein Anruf bei einer der  öffentlichen Giftnotrufzentralen in Deutschland nicht schaden. Am Telefon müssen alle bisher bekannten Informationen zu dem Vorfall an den Gesprächspartner weiter gegeben werden.

Die Person am anderen Ende der Leitung muss also erfahren:

a) dass es sich beim Opfer um ein Kind handelt (Alter und Gewichtsangabe nicht vergessen)
b) welche Pflanze bzw. welche Teile des Gewächses verzehrt wurden
c) welche Menge sich wahrscheinlich im Magen befindet
d) welche Symptome bereits aufgetreten sind
e) welcher Zeitraum seit der Einnahme (geschätzt) vergangen ist

Die Experten der Giftnotrufzentrale sind nun in der Lage, den besorgten Eltern die korrekten Maßnahmen zur Behandlung der Vergiftung zu erklären.

Zeigen sich schwerwiegende Symptome, die ein medizinisches Eingreifen erforderlich machen, so sollte direkt der Notruf gewählt und ein Notarzt oder Krankenwagen angefordert werden!

Auf alle Blumen und Zierpflanzen verzichten?

Abschließend sei erwähnt, dass natürlich nicht alle Pflanzen als potentielle Gefahrenquelle anzusehen sind. Wer sein Zimmer gerne mit bunten Blumen schmückt, kann dies weiterhin tun. Wichtig ist dabei nur, auf unbedenkliche Exemplare zurückzugreifen.

So zählen Rosen beispielsweise zu jenen Blumen, in denen keine schädlichen Stoffe vorhanden sind, die beim versehentlichen Verzehr zu einer Vergiftung führen könnten. Wird der Rosenstrauß in der Reichweite kleiner Kinder aufgestellt, sollten jedoch vorher alle Dornen abgeschnitten werden, um jede Verletzungsgefahr zu vermeiden.

Für weitere, bunte Farbtupfer und frische Akzente sorgen unter anderem unbedenklichen Zimmerpflanzen wie  Steckenpalmen, Kamelien, Geranien, Stiefmütterchen, Usambaraveilchen, Blaues Lieschen, Fleißiges Lieschen, Hibiskus, Dahlie oder Pantoffelblume – dies ist bereits eine bunte Auswahl an wunderschönen Blumen und Grünpflanzen, die bedenkenlos im Zimmer aufgestellt werden können, wenn Babys und Kleinkinder durch die Räume toben.

Es ist dennoch anzuraten, dem Nachwuchs so früh wie möglich beizubringen, sich von unbekannten Pflanzen erst einmal fern zu halten und diese nicht in den Mund zu nehmen! Im eigenen Haushalt kann man darauf achten, die Umgebung der Kinder so gefahrlos wie möglich zu gestalten – doch spätestens auf Streifzügen durch die freie Natur wird der Sprössling auf Giftpflanzen wie die Eibe treffen, die mit ihren roten Beeren lockt.
Daher ist es sinnvoll, schon den Kleinsten von Anfang an beizubringen, von unbekannten Pflanzen lieber die Finger zu lassen.

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